Wahlprogramm für Kottgeisering

EINLEITUNG

Wir leben hier in Kottgeisering – wir kennen die Menschen, die Wege, die Vereine, die Herausforderungen und die Hoffnungen. Unsere Kinder wachsen hier auf, unsere Eltern werden hier älter. Politik bedeutet für uns Grüne, Verantwortung für das gemeinsame Leben zu übernehmen – heute und für kommende Generationen.

In den vergangenen Jahren haben wir Grüne im Gemeinderat wichtige Themen vorangebracht und entscheidende Impulse gesetzt. Wir haben informiert, erklärt, vernetzt und Debatten angestoßen: durch Informationsveranstaltungen, Fachvorträge innerhalb und außerhalb des Gremiums, durch die GRÜNEN Seiten und durch kontinuierliche Sacharbeit.

So war der Ausbau erneuerbarer Energien inklusive Speicher von Beginn an ein zentrales Thema unserer Arbeit. Wir haben den Weg bereitet für Photovoltaik, Windkraft und Energieeinsparmassnahmen. Beispiele sind die Initiative für die PV-Anlage auf dem Gemeindehaus und die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED. Ebenso haben wir uns für Kinder, Jugendliche und Familien eingesetzt: Das Ferienprogramm inklusive Spielmobil lag in der Verantwortung unserer Jugendreferentin Petra Mulitze, und über unseren Anstoß konnte Kottgeisering mehrere Jahre ein nahezu kostenfreies Sharing-Auto anbieten.

Dieses Wahlprogramm beschreibt, wie wir Kottgeisering in den kommenden sechs Jahren weiterentwickeln wollen – realistisch, sozial, ökologisch und mit einem klaren Blick auf die Zukunftsfähigkeit unseres Dorfes.

1. Klimaschutz & Energie

Warum dieses Thema bundes- und landespolitisch so wichtig ist – und was das für Kottgeisering bedeutet

Klimaschutz ist in Deutschland nicht mehr nur ein politisches Ziel, sondern zunehmend ein rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmen. Über Bundesgesetze, EU-Vorgaben und Förderprogramme werden Kommunen stärker eingebunden: beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Umstellung von Wärmeversorgung, bei energetischen Sanierungen und bei Klimaanpassung. Gleichzeitig erleben Bürger:innen die Folgen direkt: Energiekosten, Unsicherheiten bei Heizungssystemen, Fragen zur Förderung, steigende Anforderungen an Neubau und Sanierung.

Für Kottgeisering bedeutet das konkret: Wir müssen den Wandel so gestalten, dass er praktikabel, bezahlbar und transparent ist. Die Gemeinde hat hier nicht alle Hebel selbst in der Hand – aber sie kann Rahmen setzen, informieren, koordinieren und bei Projekten die lokale Wertschöpfung sichern.

Ausgangslage in Kottgeisering

Kottgeisering hat in den letzten Jahren wichtige Schritte gemacht: Photovoltaik-Projekte werden umgesetzt, wir haben grünes Licht für Windkraft im Staatswald gegeben, die kommunale Wärmeplanung wurde beauftragt. Wir wollen den Weg zur Energiewende weiter konsequent voranbringen. Wenn Wärmepumpen und E-Mobilität zunehmen, steigt der Strombedarf deutlich. Bundesweit zeigt sich gerade: Die Energiewende ist dann erfolgreich, wenn Erzeugung, Netzausbau, Speicher und Lastmanagement zusammenspielen.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Wärme- und Stromplanung koppeln – die Realität der nächsten Jahre ehrlich benennen

Wärmepumpen, Klimaanlagen in Hitzesommern und E-Mobilität erhöhen den Strombedarf. Das ist nicht ideologisch, sondern technisch absehbar. Deshalb muss Kottgeisering – im Rahmen seiner Möglichkeiten – darauf hinwirken, dass Stromerzeugung und Netzfragen mitgedacht werden.

Unser Ziel ist, dass die Gemeinde bei Energieprojekten nicht nur „mitläuft“, sondern aktiv darauf achtet, dass Versorgungssicherheit entsteht.

2) Photovoltaik und Speichermöglichkeiten weiter vorantreiben

Photovoltaik ist heute oft die schnellste und wirtschaftlichste Form erneuerbarer Stromerzeugung. Gleichzeitig zeigt sich bundesweit: Speicher werden entscheidend, um die Stromerzeugung aus Sonne besser zu nutzen und Netze zu entlasten.

Daher unterstützen wir weiterhin die Errichtung von Photovoltaikanlagen in der Gemeinde.

3) Windkraftpunkt bleibt – sachlich begleiten, informieren, Akzeptanz stärken

Windkraft ist bundespolitisch gewollt, rechtlich gestärkt und für die Versorgungssicherheit wichtig. Gleichzeitig gibt es Ängste und Konflikte, gerade im Wald. Unsere Aufgabe ist nicht, diese Konflikte kleinzureden, sondern sie sachlich zu führen: mit Transparenz, Fakten und klarer Kommunikation.

Wir setzen uns dafür ein, dass Verfahren nachvollziehbar sind, Fragen ernst genommen werden und die Bürger:innen nicht nur über Ergebnisse informiert werden, sondern über die Schritte dahin.

4) Klimaanpassung: Versiegelung auf ein Minimum reduzieren, Regenrückhalt und Begrünung stärken

Klimaanpassung ist in Deutschland längst Kommunalaufgabe: Starkregen, Trockenperioden, Hitze. Das betrifft auch Kottgeisering.

Wir wollen Versiegelungen auf ein Minimum reduzieren, Wasser im Ort halten und damit Überflutungsrisiken zu reduzieren – mit begrünten Flächen, Retentionsräumen, sinnvollen Baumaßnahmen und vorausschauender Ortsentwicklung.

5) Kommunale Gebäude: energetisch und funktional zukunftsfähig machen (Beispiel Kinderhaus)

Die öffentliche Hand hat eine Vorbildrolle, aber auch eine wirtschaftliche Verantwortung: Energieeffizienz senkt laufende Kosten.

Beim Kinderhaus ist der Ausbau ein Schlüsselprojekt. Wir wollen, dass beim Bau des Erweiterungsneubaus auch geprüft wird, ob der Bestand sinnvoll nachgerüstet werden kann – etwa durch eine gemeinsame Heizlösung/Wärmepumpe, damit nicht zwei getrennte Systeme langfristig unnötige Kosten verursachen.

6) Kommunale Wärmeplanung kritisch begleiten und realistisch umsetzen

Die Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument. Sie muss am Ende Bürger:innen helfen zu entscheiden: Welche Optionen sind realistisch? Welche Kosten entstehen? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Welche Lösungen passen zu einem Dorf mit Einfamilienhäusern, kleineren Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden?

Wir setzen uns dafür ein, dass die Wärmeplanung verständlich kommuniziert wird, dass Kosten- und Nutzenfragen offen benannt werden und dass Umsetzungsentscheidungen nicht nur technisch, sondern auch sozialverträglich getroffen werden.

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • Mehr Planungssicherheit bei Wärme und Strom
  • Transparente Informationen statt Gerüchte und Unsicherheit
  • Langfristig stabilere Energiekosten durch lokale Erzeugung
  • Infrastruktur, die den steigenden Strombedarf vorausschauend berücksichtigt

2. Naturräume & Artenvielfalt

Politischer Rahmen – und lokale Verantwortung

Artenschutz, Klimaschutz und Bodenschutz sind bundes- und EU-politisch verankert. Gleichzeitig entscheidet sich der Erfolg vor Ort. Besonders Moore sind politisch und wissenschaftlich als zentrale CO₂-Speicher anerkannt. Deutschland hat sich Klimaziele gesetzt – wenn Moorböden weiterhin austrocknen, werden diese Ziele schwer erreichbar. Das macht den Schutz von Mooren nicht nur zu einem Naturschutzthema, sondern zu einem Klimathema.

Ausgangslage in Kottgeisering: Ampermoos unter Druck

Im Ampermoos findet aktuell Mineralisation statt: Austrocknende Moorböden setzen klimaschädliche organische Verbindungen frei. Es wird zu viel entwässert. Das wirkt Maßnahmen entgegen, die den Grundwasserspiegel heben sollen (z. B. durch die Solschwelle). Das Moor trocknet schleichend aus – mit Folgen für Klima, Biodiversität und Wasserhaushalt.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Weitere Wiedervernässung des Ampermooses konsequent unterstützen

Wir wollen, dass Kottgeisering im Rahmen seiner Möglichkeiten und Zuständigkeiten darauf hinwirkt, Entwässerung zu reduzieren und Wiedervernässung voranzubringen – in Abstimmung mit Fachbehörden und beteiligten Akteuren.

2) Grundwasser- und Klimaschutz zusammen denken

Einzelmaßnahmen dürfen nicht gegeneinander arbeiten. Wo der Grundwasserspiegel steigen soll, muss gleichzeitig geprüft werden, welche Entwässerungsstrukturen dem entgegenstehen.

3) Aufforstung klimaresilient und standortgerecht umsetzen

Bundesweit zeigen Dürrejahre, dass falsche Baumarten langfristig scheitern können. Wir setzen uns dafür ein, dass bei Aufforstungen standortgerechte, klimaresiliente Baumarten gewählt werden.

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • Schutz eines einzigartigen Naturraums direkt vor der Haustür
  • Stärkung des Wasserhaushalts und damit auch der Vorsorge gegen Extremwetter
  • Beitrag zum Klimaschutz mit messbarer Wirkung (CO₂-Speicher Moor)

3. Mobilität für alle Generationen

Der größere Rahmen

Verkehrspolitik in Deutschland wird stark über Bundesrecht geprägt (StVO, Straßenverkehrsrecht, Förderprogramme). Gleichzeitig spüren Menschen vor Ort vor allem eines: Ist es sicher? Ist es zuverlässig? Ist es im Alltag machbar? Besonders im ländlichen Raum bleibt das Auto oft notwendig – umso wichtiger ist es, Alternativen gezielt dort zu verbessern, wo sie realistisch sind: sichere Wege, gute Anbindungen, funktionierende Ladeinfrastruktur.

Ausgangslage in Kottgeisering

Fahrradverbindungen gibt es zum Teil, aber sie sind nicht durchgängig sicher. Gefährliche Querungen sind ein zentrales Problem. Manche Wege – z. B. Richtung Türkenfeld – liegen nicht vollständig in kommunaler Hand, wären aber für viele Bürger:innen sinnvoll und werden zunehmend nachgefragt.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Bestehende Fahrradverbindungen sicherer machen

Wir wollen die realen Gefahrenstellen identifizieren und schrittweise entschärfen: Querungen, Sichtbeziehungen, Übergänge. Nicht jeder Weg muss sofort neu gebaut werden – aber Sicherheit lässt sich oft durch kluge, konkrete Maßnahmen verbessern.

2) Interkommunale Verbindungen aktiv einfordern

Wenn Wege nicht in unserer Zuständigkeit liegen, heißt das nicht, dass wir sie ignorieren. Wir wollen, dass Kottgeisering sich aktiv gegenüber Landkreis und Nachbargemeinden für sichere Verbindungen einsetzt.

3) Transparenz beim E-Laden

E-Mobilität wird bundespolitisch weiter gefördert und nimmt zu. Für Akzeptanz vor Ort ist wichtig, dass Auslastung, Kosten, Ausbauplanung und Standorte nachvollziehbar sind. Wir wollen hier mehr Transparenz schaffen.

4) Einsatz für den Erhalt unserer guten ÖPNV-Anbindung

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • weniger Unsicherheit für Kinder, Jugendliche und Senior:innen im Straßenraum
  • realistische Verbesserungen statt unrealistischer Versprechen
  • eine Ladeinfrastruktur, die nachvollziehbar geplant und erklärt wird

4. Ortsentwicklung: sozial & nachhaltig

Warum Ortsentwicklung heute so politisch ist

Deutschland diskutiert aktuell intensiv über schnelleren Wohnungsbau („Bauturbo“), Bürokratieabbau und Nachverdichtung. Diese Debatten wirken direkt auf Gemeinden: mehr Genehmigungsdruck, neue gesetzliche Möglichkeiten, aber auch die Gefahr, dass Flächenverbrauch zunimmt und Infrastruktur überfordert wird. Für kleine Gemeinden ist deshalb die Frage zentral: Wie schaffen wir Wohnraum und Entwicklung, ohne unsere Landschaft, unsere Finanzen und unsere Lebensqualität zu überlasten?

Ausgangslage in Kottgeisering

Kottgeisering wächst moderat, zugleich gibt es Leerstände bzw. untergenutzte Gebäude. Viele ältere Menschen leben im ehemaligen Familienhaus, während junge Familien Wohnraum suchen. Das ist kein moralisches Thema, sondern ein strukturelles: Wohnraum wird nicht automatisch dort frei, wo er gebraucht wird. Hier setzt zum Beispiel das Projekt „Raum Genug“ an.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Auswirkungen des „Bauturbo“ begrenzen – keine ungezügelte Ausweitung in die Fläche

Wir wollen keine ungeplante Baulanderweiterung „auf Vorrat“. Flächen sind endlich, Infrastruktur kostet dauerhaft Geld (Straßen, Wasser, Kanal, Betreuung). Unsere Linie ist klar: Entwicklung ja – aber kontrolliert, nachhaltig und mit Vorrang für Innenentwicklung.

2) Projekt „Raum Genug“ unterstützen und in die Gemeinde einbinden

Wir unterstützen das Projekt „Raum genug“, weil es konkret ansetzt: durch Beratung und Umbaukonzepte, um Wohnraum besser zu nutzen.

Ziel ist, dass Platz für junge Familien entstehen kann und ältere Menschen zugleich im Ort bleiben können – z. B. durch Einliegerwohnungen und Unterstützungssysteme.

3) Prüfen, wie die Gemeinde unterstützen kann (z. B. Stellplatzsatzung, Beratung, Kommunikation)

Viele Lösungen scheitern nicht am Willen, sondern an Regeln oder Unsicherheit. Wir wollen, dass die Gemeinde prüft, wo sie Umbau und Umnutzung erleichtern kann – z. B. durch pragmatische Stellplatzregelungen, Beratungsangebote oder Informationsformate.

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • mehr Chancen auf Wohnraum im Ort, ohne neue Flächen zu verbrauchen
  • Lösungen, die Generationen verbinden statt gegeneinander auszuspielen
  • Erhalt von Dorfbild und Landschaft bei gleichzeitiger Entwicklung

5. Soziales Leben in Kottgeisering: Kinder, Jugend, Familie

Der größere Rahmen

Bundesweit ist Kinderbetreuung ein Schlüsselfaktor für Gleichstellung, Fachkräftesicherung und Lebensqualität. Gleichzeitig kämpfen Kommunen mit Finanzen, Personal, Baukosten und steigenden Anforderungen. Das ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Pflichtaufgabe – und ein Standortfaktor für junge Familien.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Kinderhauserweiterung nachhaltig umsetzen

Nicht nur „mehr Plätze“, sondern gute Qualität: Raumkonzept, Energie, langfristige Betriebskosten. Wir wollen, dass das Projekt wirtschaftlich tragfähig geplant wird, damit die Gemeinde nicht dauerhaft überfordert wird.

2) Jugendräume schaffen und sichern

Jugendliche brauchen Orte, die nicht nur „geduldet“ sind, sondern bewusst ermöglicht werden. Das stärkt Zugehörigkeit und beugt Konflikten vor.

3) Jugendrat initiieren

Politische Beteiligung ist bundesweit ein Thema (Demokratiebildung, Jugendbeteiligung). Ein Jugendrat kann ein realer Schritt sein, junge Perspektiven verbindlich einzubinden.

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • verlässliche Betreuung und Entlastung für Familien
  • Jugendliche werden als Teil des Dorfes ernst genommen
  • Generationen lernen, gemeinsam Verantwortung zu tragen

6. Vereine, Sport & Ehrenamt

Der größere Rahmen

Ehrenamt ist in Deutschland eine tragende Säule – und zugleich unter Druck: weniger Zeit, mehr Bürokratie, steigende Kosten, Verantwortung für Immobilien. Viele Vereine werden daran gemessen, was sie leisten, aber nicht daran, welche Last sie tragen. Kommunen müssen deshalb stärker als Partner auftreten – nicht nur als Zuschussgeber.

Ausgangslage in Kottgeisering

Die Vereine im Ort sind zunehmend unter Druck. Hoher Verantwortungsdruck, geringe finanzielle Ressourcen und immer weniger ehrenamtliche Helfer gefährden den Bestand mehrerer Vereine. Das ist relevant, weil die Vereine nicht nur konkrete Angebote bieten, wie Sport oder Gesang, sondern soziale Infrastruktur ist: für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Gemeinschaft.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Stabilität statt Krisenmodus: langfristige Lösung entwickeln

Wir wollen weg von der Logik „wenn es brennt, gibt es Geld“, hin zu einer tragfähigen Struktur: Finanzierung, Verantwortlichkeiten, Planungssicherheit.

2) Mehr Verantwortung der Gemeinde prüfen – mit klaren Mitspracherechten

Die Übernahme von mehr Verantwortung der Gemeinde kann eine Entlastung des Ehrenamts und der Vereinsfinanzen sein. Gleichzeitig ist dann auch klar: Wenn die Gemeinde dauerhaft mitträgt, braucht sie Mitspracherecht über Nutzung und Entwicklung. Das schafft Transparenz und verhindert dauerhafte Unsicherheit.

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • Erhalt zentraler Teile des Dorflebens
  • weniger Belastung für ehrenamtliche Vorstände
  • klarere Strukturen statt wiederkehrender Krisen

7. Transparenz, Information & Bürgerdialog – Politik nachvollziehbar machen

Warum Transparenz heute politisch entscheidend ist

In Deutschland wird zunehmend über Vertrauen in Demokratie, über politische Polarisierung und über das Gefühl gesprochen, dass „die Politik“ Entscheidungen über Köpfe hinweg trifft. Gleichzeitig sind politische Prozesse tatsächlich komplexer geworden: Gesetze ändern sich, Förderprogramme haben Fristen, Planungsrecht ist anspruchsvoll, und viele Entscheidungen werden in Verwaltungsvorgängen vorbereitet, die Bürger:innen kaum sehen.

Gerade in kleinen Gemeinden entsteht Vertrauen nicht durch große Reden, sondern durch Nachvollziehbarkeit. Wenn Bürger:innen wissen, was ansteht, warum etwas diskutiert wird, welche Spielräume es gibt und welche Konsequenzen Entscheidungen haben, entsteht Akzeptanz – selbst dann, wenn nicht alle mit jeder Entscheidung einverstanden sind.

Unser Anspruch für die nächste Legislatur

Wir Grüne Kottgeisering nehmen uns ausdrücklich vor, transparent, offen und informativ in die nächste Legislatur zu starten. Das ist für uns kein Zusatzkapitel, sondern ein Arbeitsprinzip, das sich durch alle Themen zieht.

Unsere Ziele für Kottgeisering

1) Regelmäßig und verständlich informieren, was in Kottgeisering passiert

Viele Menschen können Sitzungen nicht besuchen. Protokolle kommen oft spät und sind schwer lesbar. Wir wollen daher regelmäßige, verständliche Informationen: Was wurde beschlossen? Was ist in Vorbereitung? Welche Themen stehen an? Welche Folgen hat das für Alltag, Finanzen, Natur, Infrastruktur?

2) Neue Kanäle schaffen – modern und niedrigschwellig

Neben klassischen Wegen möchten wir neue Kommunikationskanäle nutzen, um Menschen zu erreichen, die sonst kaum Zugang zur Kommunalpolitik haben. Dabei geht es nicht um Werbung, sondern um Information: verständlich, sachlich, nachvollziehbar.

3) Grüne Positionen transparent machen

Wir wollen klar darstellen, wofür wir stehen, welche Ziele wir verfolgen, und warum wir bestimmte Entscheidungen unterstützen oder kritisch begleiten. Gerade weil Mehrheiten oft anders liegen, ist es wichtig, dass Bürger:innen erkennen können: Wer hat was vorgeschlagen? Wer hat welche Argumente eingebracht? Wo liegen Konflikte – und warum?

4) Mehr direkte Kommunikation: Gespräche, Veranstaltungen, thematische Abende

Wir wollen bewusst mehr Dialogformate anbieten: Gesprächsabende zu aktuellen Themen (z. B. Energie, Wohnen, Mobilität), kleine Austauschformate, Präsenz bei Veranstaltungen. Nicht erst dann, wenn ein Konflikt eskaliert, sondern frühzeitig.

5) Beteiligung früher ansetzen

Beteiligung ist nicht glaubwürdig, wenn sie erst am Ende passiert. Wir setzen uns dafür ein, dass wichtige Themen frühzeitig erklärt und diskutiert werden – damit Bürger:innen mitdenken und mitreden können, bevor Entscheidungen faktisch feststehen.

Was das für Bürger:innen konkret bedeutet

  • weniger Überraschungen, mehr Einblick in Prozesse
  • bessere Möglichkeit, sich einzubringen – auch mit wenig Zeit
  • mehr Vertrauen durch nachvollziehbare Kommunikation
  • ein Gemeindeleben, in dem Politik wieder als Teil des Dorfes erlebbar wird

Abschluss

Kottgeisering steht – wie viele Gemeinden – vor großen Aufgaben: Energiewende, Klimaanpassung, Wohnraumnutzung, Kinderbetreuung, Vereinsstrukturen. Diese Herausforderungen sind nicht mit einfachen Parolen zu lösen, sondern mit Sachlichkeit, guter Planung und ehrlicher Kommunikation.

Wir Grüne stehen für eine Politik, die erklärt statt polarisiert, die langfristig denkt und Verantwortung übernimmt – und die vor allem transparent, offen und im Dialog arbeitet. Dieses Wahlprogramm ist unser Angebot, Kottgeisering gemeinsam weiterzuentwickeln: zukunftsfähig, sozial, naturverbunden und demokratisch lebendig.